Die Stadt der Uhrmacher

Glashütte in Sachsen ist die Uhrmacherstadt schlechthin in Deutschland. Die im Müglitztal im östlichen Erzgebirge liegende Stadt hat (alle Orteile eingerechnet) ca. 4700 Einwohner. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt datiert mit dem Jahr 1445. 1506 erhielt man die Stadtrechte.

Im Jahr 1845 lässt sich mit Ferdinand Adolf Lange der erste Uhrmacher in Glashütte nieder. Dies war für den wirtschaftlichen Strukturwandel der Stadt ein wichtiges Datum, weil der Erzbergbau zunehmend dahin siegte. Im Jahr 1870 schloss die letzte Grube. Im Jahr 1875 wurde die Feinmechanische Industrie zunehmend zum neuen Rückgrat der kleinen Stadt.

Das Uhrmacher Handwerk erlangte in der Folgezeit Weltruhm. Bereits im Jahr 1910 wurde von einzelnen Uhrenfirmen 90 Prozent der Produktion ins Ausland verkauft. Eine für die damalige Zeit bemerkenswert hohe Quote.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges verschwanden die Glashütter Uhrenmarken vom Markt, beziehungsweise wurden in einem ("Volkseigenen") Gesamtbetrieb VEB Glashütter Uhrenbetriebe zwangsfusioniert.
Viele Uhrmacher flüchteten im Westen und versuchten dort mit ihrem Know-How eine neue Uhrenindustrie zu etablieren.

Nach der Wende kam viel von diesem Wissen nach Glashütte zurück. Heute sind mit A. Lange & Söhne, Glashütte Original, Mühle Nautische Instrumente und der Neugründung Nomos wieder Uhrenfirmen von absolutem Weltruhm in Glashütte aktiv.

Bei der Re-Etablierung der Uhrenindustrie in Glashütte hat ganz sicher das Kapital der Schweizer Uhrenkonzerne wie Swatch oder Richemont nicht unerheblich weitergeholfen. Noch wichtiger war allerdings vermutlich das legendäre Image, dass auch heute noch mit dem Namen Glashütte verbunden ist.

Aufgrund des grandiosen Erfolges der Uhrenindustrie kann Glashütte sicher als glorreiches Beispiel für den Aufschwung Ost gelten.

Klaus-Martin Meyer

 

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